Vorsorgefonds für Auszubildende – dein eigener Zukunftsfonds
In der Tarifrunde 2025 hat die IG Metall für Auszubildende im Elektrohandwerk NRW etwas erreicht, das in dieser Form bundesweit neu ist. Wir haben die tarifliche Zahlung in einen Vorsorgefond geregelt. Der Arbeitgeber zahlt jeden Monat 10 Euro ein, direkt auf deinen Namen, transparent über eine App nachverfolgbar und nachhaltig investiert. Der Anspruch gilt seit dem 1. Januar 2026.
Was ist der Vorsorgefonds?
Der Vorsorgefonds ist ein Sparvertrag in Form eines nachhaltigen Investmentfonds, den dein Arbeitgeber während deiner Ausbildung für dich anlegt – auf deinen Namen, mit deinem persönlichen Konto. Jeden Monat zahlt der Arbeitgeber 10 Euro auf diesen Fonds ein. Über eine App kannst du jederzeit transparent verfolgen, wie sich dein Vorsorgekapital entwickelt. Altersvorsorge wird damit nicht abstrakt erklärt, sondern konkret erfahrbar.
Stimmen aus der Sozialpartnerschaft
„Als Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW ist es uns wichtig, dass unsere Auszubildenden nicht nur fachlich hervorragend qualifiziert werden, sondern auch frühzeitig Verantwortung für ihre finanzielle Zukunft übernehmen. Die gesetzliche Rente allein wird für viele junge Menschen perspektivisch nicht ausreichen. Mit unserem Fondsmodell schaffen wir einen niedrigschwelligen Einstieg in die private Altersvorsorge und stärken das Bewusstsein für langfristige finanzielle Planung.„
– Prof. Dr. Ulrich Breilmann, Vorsitzender des Tarif-Ausschusses im FEH.NRW
„Wenn der Gesetzgeber das Rentenniveau sinken lässt, stehen die Arbeitgeber verstärkt in der Pflicht. Darum ist der tarifvertragliche Anspruch auf einen Vorsorgefonds, in den die Betriebe einzahlen, eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente und zu den bereits bestehenden tariflichen Altersvorsorgeregelungen.„
– Thomas Weilbier, IG Metall-Bezirksleitung Nordrhein-Westfalen
Wann entsteht der Anspruch?
Der Anspruch auf den Vorsorgefonds entsteht erstmals nach dem Ende deiner Probezeit. Und zwar rückwirkend zum ersten Tag deiner Ausbildung. Soweit du Mitglied der IG Metall bist. Das bedeutet: Du bekommst auch die Monate seit deinem Ausbildungsbeginn nachgezahlt, sobald die Probezeit vorbei ist. Je nach Bedingungen des Kreditinstituts werden mehrere Zahlungen zusammengefasst.
Der Anspruch läuft für die gesamte Ausbildungszeit. Nach Abschluss der Ausbildung endet die tarifvertragliche Pflicht des Arbeitgebers, weiter einzuzahlen. Aber: Bei Übernahme als Geselle kann mit dem Betrieb vereinbart werden, dass die Einzahlungen freiwillig fortgesetzt werden. Und du selbst kannst freiwillig eigene Beträge jederzeit einzahlen und den Fonds so aufstocken.
| Die wichtigsten Eckdaten 10 Euro pro Monat vom Arbeitgeber. Direkt in deinen persönlichen Fonds. Anspruch entsteht nach der Probezeit, rückwirkend ab Ausbildungsbeginn. Nachhaltige Geldanlage nach ESMA-Leitlinien. Volle Transparenz über eine App. Eigene Einzahlungen sind freiwillig zusätzlich möglich. |
Was bedeutet „nachhaltig“ investiert?
Der Fonds muss die Leitlinien der ESMA (European Securities and Markets Authority, also der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) für nachhaltige Geldanlagen erfüllen. Das bedeutet: Das Geld wird nicht in Rüstungsindustrie, Kohlekraft oder andere ökologisch und sozial problematische Branchen investiert, sondern in Unternehmen und Projekte, die strenge Nachhaltigkeitskriterien einhalten, z. B. Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG). Dein Geld arbeitet damit nicht nur für deine Rente, sondern auch für eine lebenswerte Zukunft.
Wenn du bei deiner Bank den Fonds einrichten lässt, sag einfach, dass du einen „ESMA-konformen nachhaltigen Fonds“ möchtest. In der Bankberatung weiß man, was zu tun ist.
Der Fonds ist als langfristige Altersvorsorge gedacht. Der Sinn liegt darin, dass das Geld über Jahrzehnte arbeitet und sich vermehrt. Grundsätzlich kannst du als Inhaber des Fonds aber jederzeit auf das Kapital zugreifen, wenn du es brauchst (z. B. in Notsituationen). Die Tarifpartner empfehlen aber ausdrücklich, das Geld bis zum Renteneintritt arbeiten zu lassen.
Was ist der Unterschied zur AVWL?
Die AVWL bekommen alle Beschäftigten und Auszubildenden ab 6 Monaten Betriebszugehörigkeit, soweit sie Mitglied der IG Metall sind. Der Vorsorgefonds ist ein zusätzlicher, neuer Baustein, den nur Auszubildende während der Ausbildung bekommen. Wer eine Ausbildung im Elektrohandwerk NRW macht, bekommt also beides parallel: 13,29 Euro AVWL plus 10 Euro Vorsorgefonds, jeden Monat und für jedes Ausbildungsjahr.
Du hast Fragen?
Dein Betriebsrat, deine Jugend- und Auszubildendenvertretung oder die IG Metall geben dir gerne Auskunft. Wir helfen dir, deinen Anspruch durchzusetzen – schnell, unkompliziert und vertraulich.

